Armin Berg Gesellschaft |
Last Exit Shanghai - Exilkabarett in Fernost |
Shanghai war der exotischste aller Exilorte. Mehr als 4000 Österreicher und 12000
Deutsche fanden Zuflucht im einzigen offenen Hafen der Welt. Sie alle bildeten eine
Enklave in Hongkou, dem von den Japanern besetzten Teil der Stadt. Dort war es für
die Flüchtlinge möglich, eine Existenz mit eigener Tradition und Kultur aufzubauen.
"Nach Shanghai." "Was! So weit?" "Weit von wo?"
Unter den Flüchtlingen befanden sich etwa 200 Kulturschaffende: Musiker, Schauspieler,
Kabarettisten, Sänger und Dichter. Sie erleichterten mit ihren Konzerten,
Theateraufführungen und Kabarettabenden den Alltag der Vertriebenen. Jenny Rausnitz,
Gino Smart, Fritz Heller, Siegfried Sonnenschein
und der Berliner Komiker Gerhard Gottschalk unterhielten im Eastern Theater
ihr Publikum. Das Kabarett und die Kleinkunst waren von österreichischer Kultur geprägt.
alles erklang Woche für Woche in irgendeinem Kaffeehaus, irgendeinem Saal oder von einer Kinobühne herunter. Eine Weile war das ja für uns Deutsche ganz nett, aber mit der Zeit erfasste uns ein panischer Schrecken ..." (Alfred Dreifuß in seinen Erinnerungen an das Kulturleben in Shanghai, Berlin,1956.)
In der multimedialen Collage Last Exit Shanghai führen Elena Schreiber,
Stefan Fleischhacker, Martin Thoma und Christina Renghofer am Klavier durch das
Kulturleben der Shanghaiexilanten. Texte, Szenen, Lieder und Bilder geben einen
Eindruck der verzweifelten Versuche, Normalität und Heiterkeit in eine völlig
unhaltbare Situation zu bringen. Elisabeth Buxbaum und Georg Wacks stellten das
Programm für diesen berührenden Abend zusammen.
|
| © by Verena C. Haas 2004 |