Armin Berg Gesellschaft |
Kabarettprogramme | |||||||||
Programm der Armin Berg Revue und wissenschaftliches Begleitheft von Dr. Andreas Sperlich zum Download als PDF.
Eine kabarettistische Revue in der alten neuen "Hölle"
Nach dem sensationellen Erfolg von "Tanz der Blinden" verwandelt sich das Souterrain des Theaters
an der Wien erneut zum Theater und Kabarett "Die Hölle". Mit Rouge et Noir stellt Georg Wacks eine
Revue zusammen, die unbekannte Höhepunkte aus 105 Jahren Kabarett in authentischen Kostümen und prachtvoller Ausstattung zeigt.
Erleben Sie die Diseuse Elena Schreiber mit pikanten Chansons, Christoph Wagner-Trenkwitz als Thutmosis XIII., Martin Thoma mit seinen hintergründigen Milieustudien, Georg Wacks als frühsowjetischen Agronom und Dichter Sergeij Sergeijwitsch Sergosin und Stefan Fleischhacker als letzten lebenden Kunstpfeifer. Ägyptische Schattenbilder von Fragerolle in einer original ägyptischen Ausstattung (viele Elefanten!!!) und brasilianische Cururu Tänzerinnen bringen einen Hauch von Exotik in die "Hölle". Fritz Grünbaum und Joachim Ringelnatz sorgen für literarisches Niveau. Marie-Theres Arnbom hat für die begleitende Ausstellung verschollene Artefakte gefunden. Das Ensemble Albero Verde führt in gewohnt bezaubernder Weise musikalisch durch den Abend. Eine Produktion der Armin-Berg-Gesellschaft im Auftrag des Theater an der Wien in Zusammenarbeit mit dem Letzten Erfreulichen Operntheater. Konzeption: Georg Wacks Mit: Elena Schreiber, Stefan Fleischhacker, Martin Thoma, Georg Wacks, Christoph Wagner-Trenkwitz Klavier: Christina Renghofer | Ensemble "Albero Verde" Ausstellung: Marie-Theres Arnbom Premiere: am 11. Jänner 2011
Theater an der Wien Höllesaal Linke Wienzeile 6 1060 Wien
Ein historischer Ausflug in die alte neue "Hölle"
Im Herbst 1906 eröffneten die beiden Volksschauspieler und Theaterunternehmer Sigmund und Leopold Natzler das Theater und Cabaret DIE HÖLLE im Souterrain des Theaters an der Wien. Die HÖLLE war eines der legendären Unterhaltungsetablissements im deutschsprachigen Raum. Sie war dem Geist des französischen Cabarets verpflichtet und eine Talenteschmiede für Unterhaltungskünstler aller Art. Ralph Benatzky, Fritz Grünbaum, Karl Farkas, Hans Moser, Hugo Wiener, Mela Mars und Stella Kadmon sind nur einige Stars, deren Karriere in der HÖLLE ihren Anfang nahm.
Josef Urban und Heinrich Lefler entwarfen zwei prachtvolle Jugendstilräume: den Theatersaal, in dem sich heute der Pausenraum befindet, und den sogenannten HÖLLENSAAL, der rot in rot gehalten, mit Boxen und züngelnden Goldflammen verziert und mit hohen Spiegeln ausgestattet war. Ein Restaurantbetrieb sorgte für das leibliche Wohl. "Champagnisiert" wurde zu den Darbietungen der Künstler und des Hausorchesters bis in die frühen Morgenstunden. In beiden Sälen wurde gelacht, gesungen und getanzt. Franz Lehár, Edmund Eysler und der junge Robert Stolz schrieben einaktige Varietéoperetten für die HÖLLE, Béla Laszky und Ralph Benatzky frivole Lieder, die von den umjubelten Diseusen Mela Mars und Josma Selim unter großem Beifall vorgetragen wurden. Fritz Grünbaum las aus eigenen Dichtungen, und Grete Wiesenthal brachte ihre eindrucksvollen Tänze. Mehr als 20 Jahre lang war die HÖLLE eines der führenden Cabarets im deutschsprachigen Raum. Kabarettunternehmer und Agenten kamen in die HÖLLE, um hier Nachschub für ihre eigenen Etablissements anzuheuern. Im Dritten Reich durchlebten viele Stars des Cabarets HÖLLE die echte Hölle. Sie wurden beraubt, vertrieben und ermordet. Fritz Grünbaum und Fritz Beda-Löhner waren die bekanntesten Opfer. Hugo Wiener und Karl Farkas konnten rechtzeitig entkommen.
"Tanz der Blinden" ist ein Ausflug in die Zeit des Fin de Siècle. Basierend auf historischem Material lässt das Ensemble in seiner Interpretation DIE HÖLLE in neuem Glanz erstrahlen. Georg Wacks stellte rechtzeitig zum 104-jährigen Jubiläum der HÖLLE ein Programm zusammen, das den Bogen bis in unsere Zeit spannt. Stefan Fleischhacker sorgt mit seiner gewohnt prachtvollen Ausstattung und authentischen Kostümen für die entsprechende Atmosphäre. Zusammen inszenieren sie einen Abend, der ein Jahrhundert Unterhaltungskultur auf die Bühne bringt. Die Diseuse Elena Schreiber verzaubert mit pikanten Chansons, der Tenor Stefan Fleischhacker singt frühe Lieder von Robert Stolz, und der Chansonnier Martin Thoma bringt dunkle Lieder aus vergangenen Zeiten. Christoph Wagner-Trenkwitz wird in seiner Funktion als Fritz Grünbaum lesen, singen und tanzen. Zu Gast in der neuen HÖLLE ist außerdem Alois Baron von Pfiff, der letzte lebende Kunstpfeifer, und Jorgos Popondropolos aus den Eleusischen Wäldern. Verruchte Nacktbilder - Tableaux Vivants - lassen den Skandal des Jahres 1909 erahnen. Christina Renghofer und das Ensemble "Albero Verde" begleiten den Abend mit Charme und Grazie. Ergänzt wird die Produktion durch eine von Marie-Theres Arnbom kuratierte Ausstellung über das Theater und Cabaret DIE HÖLLE sowie einer Publikation, die im Armin Berg Verlag erscheint. Eine Produktion der Armin Berg Gesellschaft im Auftrag des Theaters an der Wien in Zusammenarbeit mit dem Letzten Erfreulichen Operntheater. Konzeption: Georg Wacks Mit: Elena Schreiber, Stefan Fleischhacker, Martin Thoma, Georg Wacks, Christoph Wagner-Trenkwitz Klavier: Christina Renghofer | Ensemble "Albero Verde" Ausstellung: Marie-Theres Arnbom Premiere: Samstag, 6. März 2010 um 20.00 Uhr
Theater an der Wien Höllesaal Linke Wienzeile 6 1060 Wien
Der Wind hat mir ein Lied erzählt…
"Geschundene Hände, 1936 engagierte der Sänger und Kabarettist Max Hansen die im deutschsprachigen Raum noch unbekannte Zarah Leander ans Theater an der Wien für die Hauptrolle in Ralph Benatzkys 77. Operette Axel an der Himmelstür. Mit ihrem Auftritt und ihrem Kleid, welches von der "Axel bis zur Himmelstür" Einblick gewährte, erlebte sie ihren Durchbruch. "Ein hungriger Säugling mecht wahnsinnig werden bei diesem Anblick" Die Künstler, die hinter Zarah Leanders Erfolg standen, waren Max Hansen, Ralph Benatzky und der Wiener Schauspieler und Kabarettist Paul Morgan. Die beiden Größen der Kabarett- und Operettenszene der 20er und 30er Jahre Paul Morgan und Max Hansen zählten zu den Stars, die sich zwischen Wien, Berlin und den einzelnen Metiers souverän bewegten und auf den Brettl-Bühnen wie in den Opern- und Theaterhäusern der Zwischenkriegszeit zu Hause und umjubelt waren. Die beiden Künstler eroberten das Publikum im Sturm und nützten jede Gelegenheit, mit Charme und Witz die aufkommenden Nationalsozialisten zu verspotten. Schon 1928 sang Max Hansen das Spottlied War'n sie schon mal in mich verliebt?
Erleben Sie Elena Schreiber, Stefan Fleischhacker und Martin Thoma als junge Zarah Leander in dem eigens für diese Produktion wiedergefundenen Originalkostüm "Axel". Der gesungene Traum Wenn ich Richard Tauber wär, das Berliner Lied von der krummen Lanke und weitere Lieder und Texte aus den Kabarettlokalen, Bühnen und Filmen Wiens und Berlins der 20er und 30er Jahre erklingen in dieser von Dekorations- und Kostümluxus, jungen Frauen, alten Witzen, Toilettenmangel und Busenüberfluss geprägten Revue. "Wenn ich den Text nicht weiter kann, Text und Musik liefern Willy Rosen, Kurt Robitschek, Fritz Grünbaum, Kurt Tucholsky, Willy Prager und Mischa Spoliansky. Am Klavier Feliks Fraberger. Programmzusammenstellung Marie-Theres Arnbom, Georg Wacks und das Team des L.E.O., Regie: Giora Seeliger. Eine Co-Produktion des Letzten Erfreulichen Operntheaters, der Armin Berg Gesellschaft und des Theatervereins Aleph.
Im Rahmen von KULTURFLUSS UNGARN AM RUDER DAS WIENER PROGRAMM ZUR EU-RATSPRÄSIDENTSCHAFT UNGARNS präsentiert die Armin Berg Gesellschaft Ös Budavár in Wien Ein Streifzug durch die Cabarets
Äußerlich wie ein zweites Wien der Ringstraßenzeit, war Budapest eine elegante lebenslustige Millionenstadt. Sie wurde zum Anziehungspunkt für Künstler aus der ganzen Monarchie. Auf Unterhaltungsebene prägte ein steter und fruchtbarer künstlerischer Austausch die Beziehung dieser beiden Städte. "Budapest" stand für Weltoffenheit und erstklassige Unterhaltungskultur. Nicht zufällig nannte sich eine der erfolgreichsten und langlebigsten Unterhaltungsetablissements in Wien "Budapester Orpheumgesellschaft".
Grotesktänzer, Komiker, Volkssängerinnen, Diseusen, Literaten und Kabarettkünstler präsentierten abwechselnd in Wien und Budapest ihre neuesten Schlager und Schöpfungen. Josef Modl, genannt "der fidele Peperl", Heinrich Eisenbach, der Jargonvirtuose und Géza Steinhardt, der seine Couplets in einer Mischung aus Jiddisch, Ungarisch und Deutsch vortrug, sind nur einige der Stars dieser Zeit.
Anlässlich des 128. Geburtstags von Fritz Grünbaum liest Christoph Wagner-Trenkwitz aus den Werken des großartigen Humoristen. Unterstützt wird er dabei von dem musikalischen Trio "Albero Verde" (Christina Renghofer, Georg Wacks und Stefan Fleischhacker) und der Diseuse Elena Schreiber. "Kleine süße Wienerinnen, wer ist euch gleich an unbefangener, natürlich getragener Lieblichkeit und unschuldiger Lebensfreude?!" Ein für diesen Abend eigens angefertigtes grünes Spezialbuffet und lieblicher hellgrüner Wein stärkt Darsteller und Publikum. Der Erlös dieser Benefizveranstaltung zugunsten der Armin Berg Gesellschaft kommt dem Projekt Das große Armin Berg Liederbuch zugute. "Die herrlichste sämtlicher Gottesgaben, Traurige Gesänge, lustige Couplets, melodramatische Vorträge, anmutige Tänze: Mela Mars, Lina Loos, Maly Nagl, Marc Henry, Peter Altenberg, Egon Friedell, Ralph Benatzky, Grete Wiesenthal und der junge Oskar Kokoschka begeisterten 1907 das erlesene Publikum nächtens im legendären Jugendstil-Kabarett "Fledermaus". Die für damalige Verhältnisse einzigartigen Darbietungen waren dem ästhetischen Pro-gramm der Wiener Werkstätte und dem Anspruch auf Schaffung eines Gesamt-kunstwerks verschrieben. "Höret, ihr Herren! Das erweiterte L.E.O. Ensemble lässt das werte Publikum dieses Juwel der Wiener Kulturgeschichte des Fin de Siècle in gewohnt prachtvoller Ausstattung, authentischen Kostümen, Darstellung und Atmosphäre erleben. Die zehn Gerechten von Alfred Polgar und Egon Friedell werden ebenso zu Gehör gebracht wie Ausschnitte aus der bisher verschollenen Operette Der Petroleumkönig , oder das noch heute aktuelle Wienerlied Schorscherl, kauf' mir ein Automobil. Peter Altenbergs Neu-Romantik und Edvard Griegs Morgenstimmung lassen nicht nur Männerherzen höher schlagen. "Es war eine schöne Jüdin, ein wunderschönes Weib. Dieses Programm entstand im Auftrag des Österreichischen Theatermuseums in Zusammenarbeit mit der Armin Berg Gesellschaft. Die Ausstellung "Kabarett Fledermaus 1907 - 1913" war von 28. Februar bis 8. Juni 2008 im Österreichischen Theatermuseum zu sehen (www.theatermuseum.at) |
| © by Verena C. Haas 2004 |